Immer mehr Bio-Produkte sind in
unseren Supermärkten zu finden. So gibt es viele Produkte, die mit einem
Bio-Siegel gekennzeichnet sind. Doch welches Bio-Siegel bedeutet
eigentlich was und wer vergibt es? Und was ist überhaupt Bio?
Um endlich
Licht in den Bio-Siegel-Dschungel zu bringen, erfährst Du alles
Wissenswerte in unserem Bio-Ratgeber.
Außerdem müssen die Tiere in artgerechter Haltung leben. Dieser Begriff ist nicht genau definiert. Vielmehr bedeutet es, dass man sich an den natürlichen Lebensweisen der Tiere orientiert und auf ihre angeborenen Verhaltensweisen Rücksicht nimmt. Artgerechte Haltung sieht also je nach Tier anders aus. Generell wird aber auf Ställe mit ausreichend Platz, Licht und Belüftung sowie Auslauf im Freien geachtet. Außerdem dürfen den Tieren keine unnötigen Schmerzen zugefügt werden, z.B. bei der Kastration oder Enthornung.
Als konventionellen Anbau bezeichnet man eine Anbaumethode, bei der chemische Mittel genutzt werden, um die Erträge zu steigern – z.B. synthetische Dünger sowie Insektizide zur Schädlingsbekämpfung. Auch in der konventionellen Landwirtschaft wird die Fruchtfolge beachtet. Allerdings darf hier schon nach drei Jahren wieder die gleiche Pflanze auf dem Acker angebaut werden. In der konventionellen Tierhaltung spezialisieren sich viele Betriebe auf eine Tierart und kaufen in aller Regel Teile des Futters zu. Tieren darf vorbeugend Antibiotika verabreicht werden.
EU-Verordnung für biologische Landwirtschaft (EU-Bio-Siegel)
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Als “biologisch” dürfen Produkte bezeichnet werden, wenn ihre landwirtschaftlichen Inhaltsstoffe zu 95 % aus biologischem Anbau stammen. Landwirtschaftliche Betriebe können gleichzeitig konventionellen und biologischen Anbau betreiben.
Im Pflanzenbau sind nur bestimmte Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmittel zugelassen. Chemisch-synthetische Mittel dürfen nicht angewendet werden. Allerdings sind Blut-, Fisch-, Fleisch und Knochenmehl als Düngemittel zugelassen.
Die Verordnung schreibt bestimmte Stall- und Auslaufflächen für Tiere vor und bestimmt, welche Futtermittel zulässig sind.
- Für Wiederkäuer und Pferde muss mind. 50 % des Futters vom eigenen Betrieb stammen. Die Herkunft des Futters für Schweine und Geflügel ist nicht geregelt.
- Die Verordnung erlaubt ca. 80 zugelassene Futterbestandteile aus konventionellem Anbau.
- Es dürfen max. 15 % des Futters aus konventionellen Futtermitteln bestehen. Bei Rindern, Ziegen und Schafen sind es max. 5 %.
- Fischmehl darf an Geflügel verfüttert werden.
Irreführende Bezeichnungen sind laut EG-Öko-Verordnung unzulässig, d.h. wo Bio oder Öko drauf steht, muss auch Bio drin sein. In anderen Landessprachen sind entsprechende Begriffe ebenfalls geschützt. Das EU-Bio-Logo ist eine verpflichtende Kennzeichnung auf allen vorverpackten Bio-Lebensmitteln.
Alle Betriebe, die Bio-Lebensmittel herstellen oder verarbeiten, müssen sich Kontrollen der zuständigen Landesbehörden unterziehen. In Deutschland übernehmen dies staatlich zugelassene private Kontrollstellen.
Auch Öko-Produkte aus Drittländern, die nicht zur EU gehören, können in Europa verkauft werden. Voraussetzung ist aber, dass in dem Drittland gleichwertige Standards und Kontrollen gelten wie in der EG-Öko-Verordnung vorgeschrieben.
Grundsätzlich gilt in der EG-Öko-Verordnung ein Verwendungsverbot für genetisch veränderte Organismen (GVO). Allerdings sind auch in Bio-Produkten 0,9 % “unbeabsichtigte Verunreinigungen mit zugelassenem GVO” zulässig. Außerdem gibt es eine umstrittene Sonderregelung, nach der bestimmte GVOs verwendet werden dürfen, wenn sie nicht aus gentechnikfreier Herstellung auf dem Markt erhältlich sind. Dazu gehören Zusatzstoffe, Aromen, Verarbeitungshilfsstoffe, Enzyme und Vitamine.
Deutsches Bio-Siegel
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Bio-Betriebe müssen sich regelmäßigen Kontrollen durch staatlich zertifizierte Kontrollstellen unterziehen. Dabei wird der Betriebsablauf überprüft und Felder, Weiden, Ställe, Produktions- und Verkaufsstätten werden besichtigt.
Bio-Siegel der Anbauverbände
Neben den staatlichen Bio-Siegeln gibt es auch noch Bio-Siegel verschiedener Anbauverbände. Das sind Zusammenschlüsse biologischer Bauern, Verarbeiter und Produzenten, die gemeinsam ihre Produkte vermarkten und kontrollieren. Die Bio-Siegel der Anbauverbände müssen die Mindestanforderungen der EG-Ökoverordnung erfüllen, aber ihre Anforderungen gehen oft weit über die staatlich geforderten Bedingungen hinaus. Alle Produkte, die mit dem Bio-Siegel der Anbauverbände ausgezeichnet werden, müssen auch das EU-Bio-Siegel tragen.Demeter
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In Deutschland arbeiten rund 1.400 Bauernhöfe nach dem Demeter Prinzip, weltweit sind es 4.500. Die Anforderungen des Demeter-Siegels sind wesentlich höher als die des EU-Bio-Siegels. Insbesondere in den Bereichen Düngung, Tierhaltung und Zusatzstoffe.
- Der gesamte Betrieb muss ausschließlich biologisch-dynamisch bewirtschaftet werden. Auf jedem Hof muss es Tierhaltung und Landwirtschaft geben.
- Kein Einsatz von organischem Handelsdünger mit Fleisch-, Blut- oder Knochenmehl.
- Chemisch-synthetisch behandeltes Saatgut ist nicht erlaubt.
- 140 Legehennen, 280 Masthühner, 10 Mastschweine und 2 Milchkühe pro ha und Jahr
- Enthornung von Rindern und das Kappen von Schweineschwänzen sind nicht zulässig.
- Tiertransporte dürfen max. 200 km lang sein.
- 50 % des Futters für alle Tierarten muss vom eigenen Hof kommen. Das gesamte Futter der Tiere muss aus biologischem Anbau stammen.
- Mindestens 95 % der verarbeiteten Lebensmittel müssen ökologischen Ursprungs sein und 90 % müssen aus Demeter-Herstellung sein
- Etwa 20 Zusatzstoffe sind erlaubt. Nitritpökelsalz, Enzyme oder natürliche Aromen dürfen nicht verwendet werden.
- Die Betriebe werden jährlich durch staatlich zertifizierte Kontrollstellen überprüft. Außerdem findet eine Verbands-Kontrolle statt.
Bioland
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Deutschlandweit arbeiten 5.700 Biobauer und 990 Lebensmittelhersteller im Bioland-Anbauverband. Die Anforderungen des Bioland-Siegels sind wesentlich höher als die der EG-Öko-Verordnung.
- Der gesamte Betrieb muss auf ökologischer Bewirtschaftung umgestellt werden.
- Bedenkliche organische Handelsdünger wie Blut-, Fleisch oder Knochenmehle sind verboten.
- Es werden keine chemisch-synthetischen Stickstoffdünger eingesetzt.
- 140 Hennen, 280 Hähnchen, 10 Mastschweine, 2 Milchkühe pro ha und Jahr dürfen auf den Höfen gehalten werden.
- Jedoch gehen die Mindestanforderungen an Stall- und Außenfläche nicht über die EU-Öko-Verordnung hinaus
- Über 50 % des Futters muss vom eigenen Hof oder einer regionalen Kooperation stammen.
- Grundsätzlich darf nur 100 % Biofutter verfüttert werden. Fischmehl ist nicht zulässig.
- Tiere dürfen keine Antibiotika erhalten.
- Tiertransporte sollen nicht länger als 4 Stunden oder 200 km lang sein.
- 100 % der Zutaten von verarbeiteten Lebensmitteln müssen aus biologischem Anbau stammen. Mindestens 95 % von Bioland-Betrieben.
- 22 Zusatzstoffe sind in Lebensmitteln zugelassen. Nitritpökelsalz darf nicht verwendet werden.
- Lebensmittel dürfen keine GVO enthalten.
- Die Betriebe werden jährlich durch staatlich zertifizierte Kontrollstellen überprüft. Außerdem findet eine Verbands-Kontrolle statt.
Naturland
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- Naturland-Betriebe müssen komplett auf ökologische Landwirtschaft umgestellt werden.
- Mit Fleisch-, Blut und Knochenmehl darf nicht gedüngt werden.
- Pro Hektar Land dürfen 140 Hennen, 280 Masthähnchen und 10 Mastschweine gehalten werden.
- 50 % des Futters müssen aus Eigenanbau oder aus der Betriebskooperation kommen.
- Zukauf von konventionellem Futter ist streng limitiert.
- 21 Zusatzstoffe sind erlaubt. Der Einsatz natürlicher Aromen und Enzyme ist eng begrenzt.
Biopark
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- Keine Anwendung von chemisch-synthetischen Stoffen wie z.B. Insektiziden.
- Dünger soll im eigenen Betrieb hergestellt werden
- Tiere sollen unter natürlichen Bedingungen gehalten werden, Weidegang haben und betriebseigenes Futter fressen.
- Tiere bekommen keine Leistungsförderer oder Futter aus tierischer Herkunft, außer Milcherzeugnisse.
- Tierbesatz unter zwei Großvieheinheiten pro Hektar, d.h. 2 Kühe oder 12 Schweine pro Hektar.
- Keine Anwendung von GVO.
Ecovin
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- Ökowinzer verzichten auf Kunstdünger und verwenden stattdessen organische und schwerlösliche Dünger.
- Es dürfen keine chemisch-synthetischen Substanzen verwendet werden.
- Statt Pestiziden werden präventiv Nützlinge eingesetzt.
- Gentechnik darf nicht eingesetzt werden.
Biosiegel der Supermärkte
Auch alle großen Supermarktketten haben mittlerweile eigene Bio-Siegel. Wie alle Bio-Siegel müssen sie die Mindestanforderungen der EU-Öko-Verordnung erfüllen. Die meisten Ketten stellen darüber hinaus aber kaum Anforderungen an ihre Siegel. Darum sind die Bio-Produkte der Supermärkte oft günstiger als die Produkte der Anbauverbände. Dies hat aber auch mit den höheren Stückzahlen zu tun, welche die Handelsketten produzieren und absetzten können.BioBio
- In den Produkten dürfen keine Pflanzenschutzmittel nachweisbar sein.
- Der Gehalt an Schwermetallen darf höchstens halb so hoch sein, wie der erlaubte Wert von konventionellen Lebensmitteln.
- Nitratgehalte und mikrobiologische Werte müssen sehr gering sein.
- Die Rohstoffe dürfen nicht bestrahlt sein und die Radioaktivität muss kleiner als 10 Becquerel sein.
- Die Zutaten dürfen nicht gentechnisch verändert sein.
Edeka Bio Wertkost
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Einige Edeka Bio Wertkost Produkte tragen zusätzlich das Siegel von Anbauverbänden wie Bioland oder Naturland. Diese Produkte müssen die Anforderungen der Anbauverbände erfüllen, die wesentlich strenger als die EU-Verordnung sind.
Biotrend
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Zusätzlich tragen Biotrend-Produkte noch das deutsche Bio-Siegel. Der Discounter stellt aber keine Anforderungen, die über die staatlichen Vorschriften hinausgehen.
Bio Sonne
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Zum Teil verwendet Norma zur Herstellung ihrer Produkte auch Erzeugnisse aus Betrieben der Anbauverbände. Diese müssen den strengeren Anforderungen der Anbauverbände entsprechen. Zusätzlich werden nach Möglichkeit und Sortiment einheimische Produkte bevorzugt.
GutBio
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Bio Smiley
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Rewe Bio
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Außerdem bietet Rewe Schweine- und Rindfleisch an, das den Richtlinien des Anbauverbands Naturland entspricht. Diese sind weitaus strenger als die EU-Richtlinien. Die Einhaltung sowohl der Naturland, als auch der EU-Bio-Richtlinien wird regelmäßig von unabhängigen Stellen überprüft.
Naturkind
- Die Grenzwerte für Rückstände von Schwermetallen sind deutlich niedriger als in der EG-Verordnung vorgeschrieben.
- Der Gebrauch von synthetischen Spritz- und Düngemitteln auf einem Biohof muss mindestens drei Jahre zurückliegen.
- Bei der Verarbeitung von Produkten dürfen keine Geschmacksverstärker, Verdickungsmittel oder Konservierungsstoffe verwendet werden.
Alnatura
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- Die Zutaten der Alnatura-Produkte stammen aus 100 % biologischem Anbau.
- Alnatura unterhält Kooperationen mit Anbauverbänden, wie Bioland, Demeter oder Naturland, deren Anforderungen weit über die EU-Richtlinien hinausgehen.
- Verarbeitete Lebensmittel sollen aus möglichst vollwertigen Zutaten hergestellt werden.
- Süßungsmittel werden sparsam verwendet und nach Möglichkeit wird auf natürliche Alternativen wie Honig, Voll- und Rohrzucker oder Sirupe zurückgegriffen.
- Alnatura hat die Initiative “Fairer Milchpreis” gestartet. Ihre Molkereipartner garantieren den Milchbauern höhere Mindestauszahlungspreise als üblich. Mindestens 40 Cent erhalten sie für einen Liter Milch.
Quelle und Dank an: www.barcoo.com und http://biodukte.de/
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