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Montag, 14. Dezember 2015

Grünkohl: Ein unschlagbares Gemüse

Grünkohl ist ein unglaublich gesundes Gemüse. Mit seiner einmaligen Nährstoffzusammensetzung aus antioxidativ wirkenden Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen, Aminosäuren und sekundären Pflanzenstoffen ist er eine ausgewogene und gesundheitsfördernde Alternative zu tierischem Eiweiss, die sich nicht nur im Winter zu schmackhaften Gerichten zubereiten lässt.

Die grüne Kraft: Grünkohl Die grüne Kraft: Grünkohl

Grünkohl – Die grüne Antwort auf die Fleischwirtschaft?

Die gesundheitsfördernden Wirkstoffe verschiedener Kohlsorten (bot. Brassica) stehen bei Ernährungswissenschaftlern hoch im Kurs. Während manch einer in puncto gesunde Kohlköpfe zunächst an Brokkoli und Rosenkohl denken mag, wird in der amerikanischen Gesundheitsbewegung vor allem der Grünkohl (auch: Braunkohl) über den grünen Klee gelobt.

Dieser findet sich als Verwandlungskünstler in grünen Smoothies wieder oder kommt als Salat und gedünstetes Gemüse auf den Tisch, während das typische "Wintergemüse" in mitteleuropäischen Gefilden traditionell deftig mit Speck zubereitet und mit Würstchen oder Fleisch serviert wird.

Während Grünkohl in mitteleuropäischen Hausmannsküchen also seinem Schicksal zusammen mit einer grosszügigen Portion Schweineschmalz im Schmortopf erliegt, appellieren Nährstoffforscher an die schonende Zubereitung. Denn Grünkohl ist reich an wertvollen Vitalstoffen.

So reich, dass er unter den grünen Blattgemüsen als "Superfood" gefeiert wird. Vor allem seine sekundären Pflanzenstoffe und Antioxidantien gelten als natürliche Schutzschilde gegen diverse Krankheiten. Darüber hinaus macht sein Protein- und Eisengehalt selbst Rindfleisch als "erstklassigen" tierischen Eisenlieferanten Konkurrenz.


Grünkohl – Das Superfood der Kohlgemüse?

Die Bezeichnung "Superfood" mag wie eine modische Floskel aus asketischen Kreisen von Gesundheitsgurus daherkommen. Im Fall von Grünkohl findet seine Bedeutung aber durchaus Berechtigung.
Zwar gibt es keine offizielle Definition für diesen Begriff, generell bezeichnet er jedoch vorwiegend Obst- oder Gemüsesorten, die besonders nährstoffreich sind und sich überdurchschnittlich positiv auf die Gesundheit auswirken.
Grünkohl ist ein solches Lebensmittel, denn




sein Nährstoffgefüge übertrifft viele andere an Vitamin A, Vitamin C und Vitamin K, Folsäure, Calcium, Kalium, Magnesium und Eisen, Omega-3-Fettsäuren als auch hinsichtlich seiner Ballaststoffe, seiner antioxidativ wirkenden sekundären Pflanzenstoffe und seines hohen Chlorophyll-Gehalts. Als Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung kann dieses Gemüse deshalb zum Promoter Ihrer Gesundheit werden!

Die gesundheitlichen Vorteile von Grünkohl

Zwar ist Grünkohl noch nicht so umfassend erforscht wie beispielsweise der Artgenosse Brokkoli, sein unübertroffener Nährstoffreichtum unter den Kohl- bzw. Blattgemüsen gilt aber als bewiesen. Dabei versorgen die Vitalstoffe von Grünkohl den Körper nicht nur mit lebenswichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und essentiellen Aminosäuren.
Eine wahre Punktlandung legt Grünkohl zudem in Sachen sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien hin. So beziffern Wissenschaftler die enthaltenen Flavonoide mit mindestens 45. Diese wirken sowohl entzündungshemmend als auch antioxidativ. Schauen wir uns die einzelnen prophylaktischen Wirkstoffe und Prozesse also genauer an.

 

Grünkohl – Gegen Entzündungen mit Omega 3 & Vitamin K

Die entzündungshemmenden Eigenschaften von Grünkohl führen Wissenschaftler u. a. auf das vergleichsweise hohe Vorkommen von Omega-3-Fettsäuren (Alpha-Linolensäure) zurück. Mit etwa 120 mg Omega-3-Fettsäuren pro Portion deckt das Gemüse ca. 30 Prozent unseres Tagesbedarfs und beugt zugleich Entzündungen vor, die anderenfalls chronische Krankheiten wie die rheumatische Arthritis erzeugen können.

Als entzündungshemmender Wirkstoff ebenfalls in Betracht kommt das Vitamin K. Dieser Nährstoff ist dafür bekannt, entzündliche Prozesse im Körper zu unterbinden und damit einhergehende gesundheitliche Risiken einzudämmen, mit denen wir durch schädliche Substanzen in unserer Nahrung und in der Umwelt konfrontiert werden. Bereits 100 g Grünkohl versorgen uns mit 250 µgVitamin K.

Diese Menge übertrifft unseren Tagesbedarf von etwa 70 µg bei Weitem. Doppelt stark gegen chronische Entzündungen könnte Grünkohl also ein vorsorgliches Gemüse gegen eine Vielzahl von entzündungsbedingten Krankheiten sein.

Grünkohl – Antioxidantien gegen Krebs

Umfassender als die Studien zu den entzündungshemmenden Inhaltsstoffen fallen die Forschungsarbeiten zum Thema Grünkohl als nützliches Gemüse für die Krebsvorsorge aus. Dabei baut das eine auf das andere auf, denn das ausserordentliche Zusammenspiel zwischen Antioxidantien und anderen entzündungshemmenden Komponenten minimiert zugleich das Risiko für eine Krebserkrankung.

Unter den in Grünkohl hochkonzentrierten Antioxidantien bewahren insbesondere die Carotinoide und Flavonoide unseren Stoffwechsel vor sogenanntem oxidativem Stress. Hinsichtlich der Carotinoide ist Grünkohl besonders reich an Lutein und Betacarotin. Studien haben die antikarzinogene Wirkungsweise dieser beiden Stoffe im Verdauungstrakt bis ins Blut verfolgt.
Dabei haben sie sich als zwei der stärksten Abwehrkräfte gegen oxidativen Stress erwiesen, welcher in Kombination mit chronischen Entzündungen das Krebsrisiko deutlich erhöht. Bei regelmässigem Verzehr von Grünkohl sollen diese beiden Antioxidantien klinischen Untersuchungen zufolge besonders effektiv gegen Brust-, Darm-, Blasen-, Prostata- und Eierstockkrebs sein.

Unter den bisher untersuchten Flavonoiden mit dem grössten antioxidativen Potential haben sich das Phytoöstrogen Kaempferol und der Pflanzenfarbstoff Quercitin herauskristallisiert. Gleichwohl ist davon auszugehen, dass die übrigen rund 45 nachgewiesenen Flavonoide ebenfalls ihren Beitrag zur Krebsvorsorge leisten.

Darüber hinaus liefert Grünkohl im Gegensatz zu anderen Lebensmitteln mindestens fünf Arten von Glucosinolaten (auch: Senfölglycoside). Diese schwefel- und stickstoffhaltigen chemischen Verbindungen werden aus Aminosäuren gebildet und im Verdauungsprozess zu antikarzinogenen Isothiocyanaten umgewandelt. Aufgrund ihrer entgiftenden Eigenschaft sollen diese Stoffe nicht nur präventiv wirken, sondern auch therapeutisch gegen Krebs eingesetzt werden können.

Grünkohl – Senkt Cholesterin und stärkt Herz-Kreislauf-System

Nicht zu verachten sind die nützlichen Ballaststoffe, die uns der Grünkohl liefert. Alles andere als beschwerend, kurbeln die Pflanzenfasern die Verdauung an und sollen zugleich einen cholesterinsenkenden Effekt haben. Dieser Vorgang erklärt sich folgendermassen:

Unsere Leber benötigt das Cholesterin als wesentlichen Baustein, um Gallensäuren zu produzieren.
Gallensäuren wiederum sind verdauungsfördernde Moleküle, welche die Absorption von Fett aus der Nahrung fördern (d.h. Fettemulgierung). Diese Moleküle sind in der Gallenflüssigkeit gespeichert und werden im Zuge des Verdauungsprozesses in den Darm transportiert, wo sie die Fette für die Interaktion mit Enzymen vorbereiten und somit ihre Aufnahme in den Organismus fördern.

Wenn wir nun Grünkohl essen, binden die wirksamen Ballaststoffe einen Teil der Gallensäure und damit das schädliche Cholesterin aus den Fetten und befördern sie mit dem Stuhlgang aus dem Körper, anstatt sie in die Blutbahn gelangen zu lassen.

Dieser Prozess senkt nicht nur die Blutfettwerte, sondern wirkt sich auch positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus. Die cholesterinsenkende Wirkung von Grünkohl sollte deshalb natürlich kein Freifahrtschein für ein zusätzliches Stück Rindfleisch o.ä. sein. Denn neben dem belastenden Cholesterin, das vorwiegend in tierischen Fetten vorkommt, birgt der Fleischkonsum weitere gesundheitliche Risiken als auch massive ökologische Probleme.
Vielmehr wird der eisen- und eiweissreiche Grünkohl als das "Rindfleisch" unter den Gemüsen gehandelt!

Grünkohl – Das "vegetarische Rindfleisch"?

Die Fleischindustrie steht angesichts von CO2-Ausstoss und Ressourcenmangel in der Kritik als einer der zehn Hauptverursacher des Klimawandels. Umweltaktivisten wie Prof. Michael Pollan, dessen Buch The Omnivore’s Dilemma (Das Dilemma des Allesfressers) international für Aufsehen sorgte, mahnen deshalb zu einer pflanzlichen oder zumindest fleischreduzierten Ernährung, die ausserdem vielen ernährungsbedingten Erkrankungen entgegenwirken würde.
Durch eine nur geringe Abweichung von der westlichen Ernährungsweise könnten wir unser Risiko für Typ-2-Diabetes um 90 Prozent, für koronare Herzkrankheiten um 80 Prozent und für Darmkrebs um 70 Prozent verringern,
so Pollan.

Nicht nur offizielle Ernährungsrichtlinien geben Obst und Gemüse den Vorzug über tierische Produkte. Im direkten Vergleich mit Rindfleisch beispielsweise zeigt sich Grünkohl sowohl in nährstofflicher als auch in präventiver Hinsicht weit überlegen. Denn nicht nur die antioxidativen, entzündungshemmenden und cholesterinsenkenden Eigenschaften sprechen für den Grünkohl.

Das grüne Gemüse enthält auch vergleichsweise mehr Kalzium und Eisen. Gerade letzteres stellt das Rindfleisch als "erstklassigen" Eisen-Lieferanten in Frage und bekräftigt Kohl als echte Alternative zu Erderwärmung, Massentierhaltung und Zivilisationskrankheiten.

Grünkohl – Nicht nur im Winter!

Obwohl es ihn das ganze Jahr über in verschiedenen Sorten – als Grünkohl, Schwarzkohl oder Russischer Roter Kohl – zu kaufen gibt, ist Grünkohl den meisten als klassisches Wintergemüse geläufig. Das hat nicht zuletzt geschmackliche Gründe, denn die Kälte verleiht dem eher herben Kohl eine angenehme Süsse.

In der Küche zeigt sich das Gemüse dafür vielseitiger als gedacht. Mixen Sie die rohen Blätter zusammen mit süssem Obst zu einem vitalstoffreichen Smoothie oder bereiten Sie Ihn zu einem fein geschnittenen Salat zu mit einem Dressing aus Olivenöl, Zitrone und italienischen Kräutern. Als gegarte Variante schmeckt Grünkohl sowohl gedämpft, blanchiert, gekocht oder auch geschmort.

Je schonender er zubereitet wird, desto grösser ist der Nutzen seiner Inhaltsstoffe. Gewürzt mit Zwiebeln, Knoblauch, Sojasauce und Sesamöl und zu Reis gereicht, bringen Sie Farbe auf Ihren Teller und geballte Abwehrkraft in Ihren Körper!


Quellen u. a.:


Quelle und Dank an: www.zentrum-der-gesundheit.de

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